Homepage für lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche
      ANDERS SEIN
      COMING OUT
      HILFE
      INFOS

Infos

Interessiert dich dieses Thema allgemein? Willst du einfach mehr darüber erfahren?

Hier findest du verschiedene Informationen zum Thema Homo- und Bisexualität. Klicke auf die Untertitel, um auf die jeweiligen Themen zu gelangen.

Rechte von Lesben und Schwulen in aller Welt

Auf dieser Karte kannst du sehen, welche Rechte Gleichgeschlechtliche Paare in Europa haben. In Ländern wie Spanien oder den Niederlanden, ist eine Ehe zwischen Mann und Mann schon möglich. Länder wie Rumänien oder Estland sind noch weit davon entfernt, überhaupt ein Gesetz, wie die Partnerschaftliche Eintragung, wie wir sie in der Schweiz haben, zu diskutieren.

Rechte von Homosexuellen

Auf der folgenden Karte kannst du sehen, dass die Leute in Nordamerika und Europa den gleichgeschlechtlichen Paaren am besten gesonnen sind. In gewissen Ländern der Welt herrschen hohe Strafen. Staaten wie Saudi-Arabien oder Iran verhängen sogar immer noch die Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Beziehungen.

Rechte von Homosexuellen

Rechte von Lesben und Schwulen in der Schweiz

Im aktuellen Schweizer Recht gibt es (fast) keine ausdrückliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen mehr. Die Benachteiligung ergeben sich vielmehr aus Gesetzeslücken.

Die grösste Annerkennung für Recht von Gleichgeschlechtlichen Paaren wurde im Frühling am 5.Juni 2005 in einer Schweizer Volksabstimmung angenommen (Mit 58% JA). Dieses Gesetzt ermöglicht es Lesben und Schwulen, dass sie einander ihr Vermögen weitervererben können, dass sie sich gegenseitig im Spital besuchen können. Sie haben fast die gleichen Rechte wie verheiratete Paare. Mit 3 Ausnahmen. Der Partner / die Partnerin kann den Namen des anderen nicht übernehmen, künstliche Befruchtung von Frauen ist in einer solchen eingetragenen Partnerschaft verboten, wie auch die Adoption.

Das Antirassismusgesetz verbietet Diskriminierung wegen Geschlecht, Staatangehörigkeit, Religion oder Hautfarbe. Die sexuelle Orientierung wurde nicht in das Gesetzt aufgenommen, weil es sich hier um keine Rasse handle. Doch dies gilt auch für Geschlecht und Religionsangehörigkeit!

Die Bundesverfassung enthält in Artikel 8 auch den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der "Lebensweise". Damit sind wir gemeint.

Rechtsauskünfte gibt's bei:

Gesellschaft

Bereits seit Anfangs der 90iger Jahre zeigen alle Umfragen in der Schweiz eine Zustimmung zur Eingetragenen Partnerschaft von etwa 60ig Prozent (wie in der Abstimmung etwa herausgekommen). Ausser christliche Traditionalisten und rechtsaussen Politikern spricht sich niemand offen gegen Homosexualität aus.

Ein grosser Teil der Ablehnung auf den LesBiSchwule Leute stossen, beruht auf Vorurteilen und Berührungsängsten, auf dem nicht besonders kratzfesten Verständnis der Männlichkeit und Weiblichkeit in unserer Gesellschaft, sowie auf den aus heutiger Sicht mit der Bibel nicht begründbaren moralischen Verurteilung der Homosexualität durch das Christentum.

Grundsätzlich aber gilt: Wenn du offen und selbstverständlich lesbischwul lebst trägst du dazu bei, dem Thema den Stachel zu nehmen.

Arbeitsplatz

Diskriminierung am Arbeitsplatz lassen sich meist nur schwer beweisen. Wenn du dich diskriminiert fühlst, solltest du aber nicht schweigen, sondern den Schritt nach vorne wagen. Wenn du offen bist am Arbeitsplatz hast du den Vorteil, dass du die Dinge beim Namen nennen kannst. Du solltest aber nicht jede Schwierigkeit, die dir bei der Arbeit erwächst, auf deine sexuelle Orientierung schieben.

In einer Umfrage von Pinkcross im Herbst 2001 fühlten sich 3 % der antwortenden Lesben und Schwulen am Arbeitsplatz deutlich diskriminiert. Unter denen die sich als ganz offen lesbisch und schwul bezeichneten, waren nur 2%, bei denen, die ihre sexuelle Orientierung nicht offen leben, dagegen 9%.

Spezialist für Fragen aus der Arbeitswelt ist die Fachgruppe Arbeitswelt von LOS und Pinkcross: info@pinkcross.ch

Schule

Schulen tun sich oftmals schwer mit Sexualität. Selbst wenn das körperliche sexuelle Erwachen, beim Mann schon mit 11, bei den Frauen oft schon früher, einsetzt (es kann auch später sein), bleiben diese für Eltern und Erziehungsbeauftragter weiterhin Kinder und die konfrontiert man nicht mit Sex. Und mit Homosexualität schon gar nicht. Dabei ist man in der Schweiz mit 16 sexuell mündig und mit 18 erwachsen.

Das Thema der sexuellen Orientierung kommt in (fast) keinem einzigen Lehrplan der Schweiz als zwingend vor. Das heisst, es ist den Lehrpersonen und den Schulen überlassen, ob sie sich darauf einlassen wollen.  Weil schwul und lesbisch gleichzeitig  als Schimpfwort auf dem Pausenplatz ziemlich beliebt sind, stehen junge Lesben und Schwule oft auf verlorenem Posten. In diesem Umfeld selbstverständlich zu sich zu stehen ist je nach Schule nicht besonders lustig. Vorteile: Die Spekulationen haben ein Ende. Nachteile: Es kann zu offenen Anfeindungen kommen. Aber wenn du dich zur Wehr setzten musst, kannst du wenigstens klartext reden.

Diese Gruppen machen Schulbesuche:

  • Gay and Lesbian Love GLL: (Schweizweit)
    www.gll.ch
  • Arbeitsgruppe Schule der Homosexualität ABQ(bern).
    www.abq.ch

Kirche und Religion

Die bei uns am stärksten verbreiteten Religionen Christentum, Judentum und Islam haben ihren Ursprung alle im sogenannten arabischen Halbmond und führen teilweise auf die gleichen Kirchenväter zurück. Gemeinsam ist ihnen ausserdem die untergeordnete Stellung der Frau und die Ablehnung der Homosexualität. Im für das Christentum geltenden neuen Testament steht allerdings nichts gegen lesbische und schwule Beziehungen. Entsprechend haben sich einige christliche Kirchen geöffnet.  So sind Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare in allen evangelisch-reformierten Landeskirchen der Deutschschweiz zugelassen. Die christkatholische und die evangelische Kirche haben auch nichts gegen homosexuelle Pfarrer. Die offizielle römisch-katholische Kirche dagegen lehnt Homosexualität ab. Dies hindert Teile der Basis allerdings nicht, die Dinge anders zu sehen.

Adressen von christlichen LesBischwulen Gruppen findest du bei Pink cross unter www.pinkcross.ch

LesBiSchwule Prominenz

Oft fragt man sich: Gabs Schwule und Lesben denn schon immer, welche berühmte Personen der Welt sind LesBiSchwul? Die folgende Liste, welche wir im Internet gefunden haben, solle dir zeigen, dass es dies schon immer gab. Expect übernimmt keine Verantwortung für deren Inhalt.

Berühmte bisexuelle / schwule Männer

  • Alexander der Große, mazedonischer König, 356 bis 323 v. Chr.
  • Hans Christian Andersen, Schriftsteller, 1805-1875
  • Leonard Bernstein, Komponist u. Dirigent, 1918-1990
  • Alfred Biolek, Talkmaster, * 1934
  • Benjamin Britten, Komponist, 1913-1976
  • James Dean, Schauspieler, 1931-1955
  • Rainer Werner Fassbinder, Regisseur, 1945-1982
  • Stephen Gately, Popsänger ("Boyzone"), *1976
  • Rex Gildo, Schlagersänger, 1936-1999
  • Thomas Hermanns, Comedian, *1963
  • David Hockney, Künstler, *1937
  • Rock Hudson, Schauspieler, 1925-1985
  • Julius II., Papst, 1487-1555
  • Elton John, Musiker, *1947
  • Wolfgang Joop, Modemacher, *1944
  • Hape Kerkeling, Entertainer, *1964
  • Calvin Klein, Modedesigner, *1942
  • Michael Kühnen, Neonazi, 1956-1991
  • Leonardo da Vinci, Künstler, 1452-1519
  • Ludwig II, bayerischer König, 1845-1886
  • Thomas Mann, Schriftsteller, 1875-1955
  • Freddie Mercury, Musiker, 1946-1991
  • George Michael, Musiker, *1963
  • Anthony Perkins, Schauspieler, 1932-1992
  • Rio Reiser, Musiker, 1950-1996
  • Walter Sedlmayr, Schauspieler, 1926-1990
  • Peter Tschaikowsky, Komponist, 1840-1893
  • Georg Uecker, Schauspieler ("Linden-str.") *1962
  • Gianni Versace, Modemacher, 1946-1997
  • Andy Warhol, Künstler, 1928-1987
  • Oscar Wilde, Schriftsteller, 1854-1900
  • Tennessee Williams, Schriftsteller, 1911-1983

Berühmte bisexuelle / lesbische Frauen

  • Rita Mae Brown, Schriftstellerin, *1944
  • Christine, Königin von Schweden, 1626-1689
  • Marlene Dietrich, Schauspielerin, 1901-1992
  • Melissa Etheridge, Sängerin, *1961
  • Ulrike Folkerts, Schauspielerin, *1961
  • Greta Garbo, Schauspielerin, 1905-1990
  • Marla Glen, Sängerin, *1960
  • Nan Goldin, Fotografin, *1953
  • Patricia Highsmith, Schriftstellerin, 1921-1995
  • Käthe Kollwitz, Künstlerin, 1876-1945
  • Maren Kroymann, Schauspielerin, *1949
  • Selma Lagerlöf, Schriftstellerin, 1858-1940
  • Erika Mann, Schriftstellerin, 1905-1969
  • Amelie Mauresmo, Tennisprofi, *1979
  • Gianna Nannini, Sängerin, *1956
  • Martina Navratilova, Tennisprofi, *1956
  • Eleanor Roosevelt, Politikerin, 1884-1962
  • Christina Schenk, Bundestagsabgeordnete (PDS), *1952
  • Hella von Sinnen, Comedian und Schauspielerin, *1959
  • Annie Sprinkle, Pornostar, *1954
  • Gertrude Stein, Schriftstellerin, 1874-1946
  • Claire Waldoff, Sängerin, 1884-1957

Aus dem Geschichtsbuch

Homosexuelle Menschen gibt es, soweit wir wissen, seitdem sich Mensch zu kulturellen Gruppen zusammenschlossen.

Die ältesten Informationen zum Thema Homosexualität reichen bis in die griechische Antike zurück. In der griechischen Mythologie findet man zahlreiche homosexuelle Episoden. Die Bekannteste ist wohl der Raub des Ganymed. Dieser junge Hirte war so schön, dass ihn Zeus von Adler entführen liess, damit ihm der Junge als persönlicher Diener dienen sollte. Diese mythologischen Geschichten und ihre Götter waren nichts anderes, als ein Spiegelbild der tatsächlichen Verhältnisse in Griechenland um 500 v. Chr. Den Griechen waren gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht fremd. Es war sogar gang und gäbe, dass Söhne aus wohlhabenden Familien mit jemandem Angesehenen zusammenlebten.

Auch bei den Römern war die gleichgeschlechtliche Beziehung verbreitet. Die angesehen Herren der Aristrokatie vergnügten sich gerne mit sogenannten Lustsklaven. Anders als bei den Griechen  ging es bei den Römern weniger um die Liebe als ums Liebe machen. Zu Beginn des 4. Jahrhunderts erklärte der römische Kaiser Konstantin der Grosse das Christentum zur römischen Staatsreligion. Für die Homosexuellen beidergleichen Geschlechts eine schlimme Zeit. Das Christentum sieht die geschlechtliche Vereinigung von Mann und Frau als Wiederholung des göttlichen Schöpfungsaktes. Somit ist die Zeugung neuen Lebens wichtiger als die Lust.

Im alten Testament findet man im Buch Moses folgende Bestimmung: "Wenn jemand bei einem Manne liegt, wie man bei einer Frau liegt, so haben sie getan, was ein Gräuel ist und sollen beide des Todes sein." Hierin liegt das Motiv für die jüdische Ächtung von Homosexualität, welche das Christentum ohne jede Kritik einfach so übernahm.

Jesus Christus hat sich nie zum Thema Homosexualität geäussert, auf alle Fälle findet man im Neuen Testament keine dementsprechenden Aussagen. Die Homosexualität regelrecht verteufelt hat hingegen ein Gefolgsmann Jesu, der Apostel Paulus. In einem seiner Briefe, die an die Römer gerichtet waren, forderte er die Gläubigen auf, dem "unnatürlichen Gebrauch" abzusagen und "gegen die Schande" zu kämpfen.

Ab dem Ende des 13. Jahrhunderts galt gleichgeschlechtliche Liebe unter Männern als strafbar und wurde mit dem Feuertod bestraft. Sie wurde im Mittelalter mit Ketzerei, Teufelbeschwörung, Sodomie, Hexerei und schwarzer Magie gleichgestellt. Die gleichgeschlechtliche Liebe unter Frauen nahm man(n) nicht ernst und schenkte ihr kein Beachtung. Wurde eine Frau doch einmal mit einer Frau ertappt, so wurde sie als Hexe verbrannt.

Die Zeit der Renaissance brachte eine neue Geisteshaltung. Neu stand nicht mehr die Kirche und das Göttliche im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Es entstand beim Bürgertum eine freizügigere Haltung gegenüber der Homosexualität, wahrscheinlich auch deshalb, weil viele namhafte Künstler (z.B. Botticelli, Michelangelo und Leonardo da Vinci) homosexuelle Neigungen hatten. So sagte Papst Paul lll., dass Künstler nicht den gleichen Gesetzen unterworfen werden können.

Im 19. Jahrhundert war die gleichgeschlechtliche Liebe in einigen Staaten straffrei (z.B. in Frankreich (1804 Code Civil) und Bayern.

Mit der Psychoanalyse zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging man vom Bild der "Sünde" zum Bild der "Krankheit" über. Der Berliner Arzt Magnus Hirschfeld und sein Institut  für Sexualwissenschaft versuchten, mit dem Konzept des "dritten Geschlechts" die Homosexualität zu rechtfertigen. Somit kann man sagen, dass es seit knapp hundert Jahren eine Bewegung von Menschen gibt, welche ihre Homosexualität gesellschaftlich rechtfertigen und als gleichwertige Lebensform durchzusetzen versuchen.

Im Berlin der 20iger Jahre gab es - wie auch in Basel und Zürich - eine blühende schwule Subkultur. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde diese Entwicklung ein brutales Ende bereitet. Das Mittelalter kehrte nach Deutschland zurück. Schwule wurden von den Nationalsozialisten  als Gefahr für den Staat gesehen , und wo immer man ihnen habhaft wurde, steckte man sie in die Konzentrationslager, wo sie unter den Unterdrückern, aber auch von den Mitgefangenen fürchterlich zu leiden hatten und schliesslich in den allermeisten Fällen getötet wurden. In dieser Zeit kursierte übrigens in ganz Europa eine Zeitschrift namens "der Kreis". Dieses Zürcher Schwulenheft war lange Zeit das einzige schwule Informationsmittel während des 2. Weltkrieges.

Der Beginn der modernen Schwulenbewegung war der 27. Juni 1969. Eine der häufig stattfindenden willkürlichen Razzien der New Yorker Polizei in der schwulen "Stonewall", bei denen es vor allem darum ging, die Schwulen durch Beschimpfungen und unbegründete Festnahmen  zu quälen, betrachte das Fass zum Überlaufen. Die Strassenschlachten dauerten zwei Tage und es gab auf beiden Seiten Verletzte. Doch das Wichtigste zwar, dass sich die Schwulen zum ersten Mal gegen die ungerechte Behandlung durch die Gesellschaft zur Wehr setzte - und zwar mit Erfolg.

Zur Erinnerung an dieses Ereignis gehen jedes Jahr in unzähligen Städten die Schwulen und Lesben auf die Strasse und demonstrieren friedlich für ihre Rechte und Gleichstellung. In der Folge von "Stonewall" bildeten sich in den meisten grösseren Städten der USA und wenig später auch in Europa schwule und lesbische Bürgerrechtsorganisationen. Ihr Ziel war und ist es, die Schwulen und Lesben zu organisieren - denn man erkannte, dass man nur gemeinsam erfolgreich gegen die rechtliche und gesellschaftliche Diskriminierung kämpfen konnte.

Heute ist es für junge Schwule und Lesben einfacher, zur Homosexualität zu stehen und diese auch nach aussen hin zu leben. In verschieden Ländern, wie auch heute in der Schweiz mit dem Partnerschaftsgesetz, können sich gleichgeschlechtliche Paare auch eintragen lassen. In Ländern wie Schweden ist sogar die Adoption möglich.

Aber es gibt auch Länder, in denen jegliche homosexuellen Aktivitäten verboten sind vom Staat verfolgt und sogar mit der Todesstrafe belegt werden.

Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. In der Schweiz immer noch viele Fälle von Diskriminierung gegenüber Bisexuellen, Schwulen und Lesben. Dafür brauch es Organisationen (wie LOS und PINK CROSS) welche sich für unsere Rechte einsetzen. Denn es gibt noch viel zu tun, packen wir’s an.

Lesbische und schwule Tiere?!?

Homosexuelle Tiere waren im alten Testament kein Thema: Je ein Weibchen und ein Männchen jeder Spezies standen auf der Passagierliste für die Arche-Noah. Pech für den schwulen Tiger, der seinen Lover zurücklassen musste. Pech auch für die lesbische Gazelle, deren Konkubine in der steigenden Flut ertrank. Trotzdem läuft im Reich der Tiere nicht alles so ab, wie es der Bibelunterricht vorsieht...

Die Natur ist experimentierfreudiger als es das Prinzip Noahs vorsieht. Ein Beispiel gefällig? Ungefähr drei Viertel der männlichen Delfine  ziehen mit gleichgeschlechtlichen Kumpanen durch die Meere. Sie beschützen sich vor Feinden und haben regelmässig Sex miteinander. Mit den Flossenspitzen oder dem Maul stimulieren sie einander die Genitalien oder dringen mit erigiertem Penis in den Geschlechtsschlitz des Partners ein.

Bloss eine Verhaltensstörung?

Homosexuelle Handlungen zwischen Tieren haben Forscher schon seit über hundert Jahren beobachtet. Damals bezeichneten die erstaunten Biologen das unzüchtige Treiben der Tiere als Perversion. Veröffentlicht wurden die Beobachtungen nie.  In den vergangenen Jahren haben nun doch einige Forscher Thesen zusammengestellt, um eine Erklärung  für die tierische Homosexualität zu finden. Die Schlussfolgerungen der Biologen ernst zu nehmen, fällt unsreins jeoch ziemlich schwer: Es scheint als wolle die Homosexualität bei Tieren noch immer nicht ins Bild passen, das sich die Forscher von der Evolution machen. Reiben zwei Bonobo-Weibchen ihre Geschlechtsteile aneinander und stossen dabei Schreie aus, greifen Biologen nach Erklärungen wie "Begrüssungsverhalten" oder "Versöhnungsverhalten". Alles Mögliche soll es darstellen, nur kein Sexualverhalten.

Bei den Bonobos ist alles erlaubt

Getreu nach der Evolutionstheorie von Darwin wird Sex also zur direkten Genweitergabe betrieben - auch bei den homosexuellen Tieren. Bei manchen Arten ist Sex jedoch mehr als bloss Mittel zur Fortpflanzung. Unsere nächsten Verwandten: Den Menschenaffen. Vor der Nahrungsaufnahme haben sie zahlreiche Sexualpraktiken, die bei ihnen vorkommen. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Die Bonobos-Affen haben durch ihr Sexualverhalten eine so geringe Konzentration des Stresshormons Kortisol im Blut wie sonst keine andere Tiergruppe.

Was unterscheidet Menschen von Tieren?

Genauso wenig wie beim Menschen, ist Homosexualität bei den Tieren wissenschaftlich erklärbar. Der eine sagt, es liege an den Genen, andere behaupten die Umwelt hat uns zu dem geprägt, was wir sind. Die Tierärztin kennt aber einen gewichtigen Unterschied zwischen der Tierwelt und der Menschheit: "Die gleichgeschlechtlichen Tierpaare sind genauso in die Gruppe integriert, wie die heterosexuellen Paare. Schamgefühle gibt es bei den Tieren nicht."

Wir Menschen sind wohl die einzige Spezies, die Homosexualität als etwas Abnormes betrachtet.

Der Regenbogen

Das bunteste von allen unseren Symbolen ist die Regenbogenfahne, und das Spektrum der Farben - rot, orange, gelb, grün, blau und violett - soll die Vielfalt der schwulen und lesbischen Gemeinschaft repräsentieren. Die Wahl des Regenbogens als Symbol für diese Gemeinschaft steht natürlich auch in historischer Tradition: Schon im Alten Testament taucht er auf als Symbol der Verbindung zwischen Himmel und Erde, und als Garantie, dass die Menschheit keine zweite Sintflut zu erwarten hätten. Im antiken Griechenland war der Regenbogen der Begleiter der Göttin Iris, und in China verknüpft er Yin und Yang. Bei den alten Germanen galt der Regenbogen sogar als Strasse nach Walhalla.

Die erste Regenbogenfahne wurde 1978 von dem Künstler Gilbert Baker in San Francisco hergestellt, nachdem er den dringenden Ruf der Schwulen nach einem gemeinsamen Symbol vernommen hatte. In Anlehnung an die fünffarbige "flag of race" bzw. die fünf olympischen Ringe, hat Baker die erste Regenbogenfahne selbst designed, gefärbt und zusammengenäht. Diese allererste Fahne enthielt noch acht Farben, nämlich rosa, rot, orange, gelb, grün, türkis, indigo und violett. Nach Baker sollen diese Farben folgende Bedeutung tragen:

Regenbogen

Baker ging dann zu einer Flaggenfabrik, um die Fahne in Massenproduktion gehen zu lassen und sie als neue "schwule Fahne" zu etablieren. Dummerweise hatte Baker alle Farben selbstgemischt, und weil sein "rosa"-Farbton (hot pink) nicht kommerziell zu haben war, konnte die achtstreifige Fahne nicht in Massenproduktion gehen. Also wurde der rosa Streifen, der ausgerechnet die Sexualität repräsentieren sollte, herausgenommen und die Fahne auf sieben Streifen reduziert.

Im November 1978 wurde die schwule Gemeinschaft in San Francisco erschüttert von dem Mord an Harvey Milk, dem ersten offen schwulen Stadtrat, den die Stadt je gehabt hat. Anfang 1979 wurde deshalb ein Trauer- und Protestmarsch der Schwulen und Lesben in San Francisco organisiert. Um ihre Stärke und Solidarität zu demonstrieren, sollte die Regenbogenfahne ihren ersten grossen Auftritt in der Öffentlichkeit haben. Es wurde geplant, jeweils drei Streifen links und rechts entlang der Strassen der Marschroute zu präsentieren. Damit war aber ein weiterer Streifen der siebenfarbigen Fahne zuviel, und man entschied sich, auf das türkis, die Farbe der Kunst, zu verzichten. Bei der

Gelegenheit wurde dann auch gleich das Indigo als Farbe der Harmonie durch Königsblau ersetzt.

Seitdem hat die Regenbogenflagge also nur noch sechs Farben, und in dieser Form hat sie ihren Siegeszug um die Welt angetreten. Vor einigen Jahren ist die Fahne auch von der Internationalen Vereinigung der Flaggenmacher als Symbol für die schwule und lesbische Gemeinschaft anerkannt worden.

Quellen:
Broschüre schwul, Spot 25 und Aidshilfe Schweiz 1997
www.freelifesg.ch
www.wikipedia.ch
Broschüre Selbstverständlich, Pinkcross und AHS, 2005
http://www.auweia-magdeburg.de/Jugendliche/Wissenswertes.htm
Update, LesBiSchwules Magazin der Zentralschweiz, Ausgabe acht 2005