Homepage für lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche
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Lehrer

Wie gehe ich als Lehrer/Jugendarbeiterin mit diesem Thema um?

Im Laufe ihrer Schulzeit entdecken Jugendliche die ersten sexuellen Gefühle. Wer heterosexuell empfindet, kann bei Fragen und Problemen auf die Unterstützung von Freundinnen und Freunden zählen, und auch im Unterricht wird das Thema angesprochen. Homosexuelle Jugendliche stehen hingegen häufig allein da. Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler wissen nicht immer, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Und die Schule bietet auch keine Hilfe, da gleichgeschlechtliche Liebe kaum  behandelt wird.

Auch im Jugendtreff wissen die anderen Jugendlichen oft nicht, wie mit dem Thema umzugehen, wenn sich ein bi- oder homosexueller Jugendlicher outet.

Wenn sich Ihnen als Lehrperson / Sozial- Heilpädagoge / Jugendarbeiter ein Jugendlicher anvertraut und er verunsichert ist...

  • ...hören Sie ihm aktiv zu.
  • ...stellen Sie einfühlende Fragen: "Wann hast du denn gemerkt, dass du diese Gefühle hast? Hast du dich schon einmal verliebt?"...
  • ...stellen Sie sich wertschätzend auf den Jugendlichen ein und begegnen Sie ihm mit Empathie. Versuchen sie nicht mit Sprüchen wie: "Das kommt schon wieder!" - "Es ist nur eine Phase!" gegenüber zu treten.
  • ...sprechen Sie von Homosexuellen, die Sie selber kennen.
  • ...suchen Sie mit dem Jugendlichen im Internet Informationen oder kontaktieren Sie mit ihm zusammen eine LesBiSchwule Jugendgruppe.
  • ...reden Sie mit dem Jugendlichen über den Prozess des Coming out.
  • ...Geben Sie ihm das Gefühl, gleichwertig, wie alle anderen sexuellen Orientierungen zu sein...

Es ist nicht einfach, mit einem Jugendlichen über diese Thema zu diskutieren. Deshalb ist es oft auch eine neue Erfahrung für Lehrpersonen oder Jugendarbeiter. Wenn Sie sich gerne über das Thema informieren möchten, suchen Sie im Internet nach Informationen. Kontaktieren Sie LesBiSchwule Organsiationen und organisieren Sie einen Themenabend, wo Sie und andere Jugendliche sich informieren können.

Eine sehr gute Anlaufstelle ist in unseren Augen die Gruppe GLL (Gleichgeschlechtliche Liebe Leben)

Wer ist GLL?

Bei GLL machen lesbische Frauen, schwule Männer und Eltern von gleichgeschlechtlich Liebenden aus verschiedenen Regionen der Schweiz mit. Die meisten arbeiten in pädagogischen Berufen oder sind im sozialen Bereich tätig. Sie wissen also nicht nur worüber sie sprechen, sondern auch wie man darüber spricht.

Was bietet diese Gruppe?

An den Schulen und in den Lehrmitteln mangelt es an Informationen über Homosexualität. GLL bietet deshalb

  • eine sachliche Einführung zum Thema Anderssein und Homosexualität,
  • Info- und Lesematerial,
  • die Möglichkeit Fragen zu stellen,
  • einen vielfältigen Einblick ins Leben von Lesben, Schwulen und ihren Eltern,
  • persönliche Erfahrungsberichte.

Was will GLL?

Die Ziele sind

  • der Homosexualität ein Gesicht zu geben,
  • über gleichgeschlechtliche Liebe zu informieren, Vorurteile auszuräumen und Berührungsängste abzubauen,
  • Jugendlichen mit homosexuellen Gefühlen ein positives Bild zu vermitteln,
  • der ganzen Klasse zu zeigen, wie sie betroffene Kollegen und Kolleginnen beim Coming- Out unterstützen kann,
  • Schüler und Schülerinnen in einem Alter zu erreichen, in dem Sexualität ein zentrales Thema für sie ist.

GLL will niemanden bekehren, sondern bietet den Jugendlichen die Gelegenheit, sich im direkten Kontakt ein eigenes Bild zu machen.

Inhalt

  • GLL ermöglicht den Jugendlichen eine Begegnung und ein Gespräch mit Schwulen, Lesben und Eltern von gleichgeschlechtlich Liebenden.
  • Die Jugendlichen erfahren, dass lesbische, schwule und heterosexuelle Empfindungen gleichwertig sind und dass die sexuelle Orientierung nicht wählbar ist.
  • Das Team von GLL spricht Vorurteile an, welche über Homosexualität kursieren, und versucht, diese abzubauen.
  • Ein Besuch soll schwulen und lesbischen Jugendlichen ihr Coming- Out erleichtern und die anderen dazu animieren, betroffene Kolleginnen und Kollegen dabei zu unterstützen.
  • Es werden Adressen von Anlaufstellen für bisexuelle, lesbische und schwule Menschen vermittelt.

Ablauf

Ein Schulbesuch könnte folgendermassen aussehen:

  • Vorstellung: Wer sind wir? Warum sind wir hier?
  • Spielerische Einführung ins Thema Anderssein
  • Überleitung zum Thema Homosexualität: Begriffe, Fakten, Zahlen
  • Es werden eigene Coming- Out- Geschichten erzählt
  • Diskussion in (geschlechtergetrennten) Gruppen; die Jugendlichen können Fragen stellen

Dauer

Für einen Besuch sollten zwei bis drei Lektionen eingeplant werden.

Möchten sie mehr über diese Organisation erfahren? Schauen sie auf der Homepage  www.gll.ch vorbei.

Quellen:
Jugendgruppe Expect, 2005
www.gll.ch